Musikrecht: Rechtsverletzung durch Sampling und Remixing

In der heutigen Musik sind elektronische Anteile nicht mehr wegzudenken und das Erstellen von qualitativ hochwertiger -selbst studioähnlicher- Musik schon für den experimentierfreudigen Laien gut möglich. Nicht zuletzt leistet Sampling (elektronisch kopieren) einen erheblichen Beitrag dazu. Online-Dienste wie z.B. Soundcloud oder rdio sorgen zudem für eine rasche Verbreitung der Kreationen. Grundlage der Musikstücke ist aber häufig eine bereits existierende und meist kommerziell vertriebene Vorlage, von mal mehr, mal weniger bekannter Musik.

Damit einher gehen unweigerlich Eingriffe in fremde Urheber- und Verwertungsrechte. Auch ein Amateur, der seine Remix- und Sample-Erfolge im Internet öffentlich zugänglich macht, sollte sich zumindest rudimentär mit den rechtlichen Problemen, die sein Vorgehen auslöst, befassen.

Durch die Verwendung von Samples werden Tonfolgen, Melodien oder Rhythmen aus fertigen Musikstücken in eigene Kreationen integriert und gegebenenfalls individuell leicht verändert eingepasst. Übersehen wird dabei oft, dass selbst an kleinsten, mitunter nur sekundenlangen Teilen, ein Leistungsschutzrecht des Tonträgerherstellers besteht. Die Verwendung des Samples setzt daher stets die Einwilligung des Rechteinhabers voraus. Diese wird in aller Regel durch die Vergabe von entgeltlichen Lizenzen vergeben.

Holt man sich eine solche Berechtigung nicht ein, handelt man rechtswidrig und riskiert einen teuren Urheberrechtsprozess, der, angefangen mit einer Abmahnung, bis hin zu einem gerichtlichen Verfahren erhebliche Kosten verursacht. Noch vor der Veröffentlichung sollte man daher wissen, wie man rechtssicher vorgeht.

Im Urhebergesetz gibt es jedoch Ausnahmen, nach der man auch ohne Einwilligung den kopierten Teil verwenden darf. Gemäß § 24 UrhG ist eine Verwendung dann unproblematisch, wenn der entnommene Teil aufgrund seiner künstlerischen Gestaltung, technischer oder sonstiger objektiver Gegebenheiten nicht von einem durchschnittlich ausgestatteten und fähigen Produzenten reproduziert werden kann.

In der Musikbranche wird das Reproduzieren als sogenanntes Sample-Clearing bezeichnet. Profiproduzenten verwenden daher um sicher zu gehen fast ausschließlich diese Variante des Samplings.

Es ist zwar unwahrscheinlich, dass sich die Musikindustrie an die vielen Amateur-Remixer wendet und teure Abmahnungen verschickt, dennoch läuft man bei unvorsichtiger unberechtigter Verwendung von Samples unnötig Gefahr in die Abmahnfalle zu geraten.

Haben Sie eine Abmahnung erhalten oder wünschen Sie eine urheberrechtliche Beratung? Nehmen Sie Kontakt mit uns auf.

– Rechtsanwalt Randt –

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Eingeordnet unter IT Recht, Medienrecht

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